"Durch welche Einwirkungen unser Held in den Zustand der Abwendung vom Weibe geraten ist, läßt uns der Dichter nicht verfolgen; er gibt uns nur an, solches Verhalten sei nicht durch seine Anlage erklärt, die vielmehr ein Stück phantastisches — wir dürfen ergänzen: erotisches — Bedürfnis mit einschließt. Auch ersehen wir von später her, daß er in seiner Kindheit nicht von den anderen Kindern abwich; er hielt damals eine Kinderfreundschaft mit einem kleinen Mädchen, war unzertrennlich von ihr, teilte mit ihr seine kleinen Mahlzeiten, puffte sie auch und ließ sich von ihr zausen."

Aus: Sigmund Freud: Der Wahn und die Träume in W. Jensens »Gradiva«


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